Verlasse dich selbst und erfinde dich neu.

Selbstfindung und die damit einhergehende Transformation des höheren Selbst sind in unserer Zeit so präsent und für viele so Erstrebenswert wie nie zuvor. Wenn du wirklich wissen willst wer du bist, weil du dich irgendwann selbst verloren hast und bereit bist der Wahrheit aufrecht gegenüber zu treten, dann reichen keine Räucherstäbchen, Hypnosen oder Meditationen. Schlussendlich musst du darüber hinaus zum Beobachter deiner selbst werden, dich reflektieren und immer wieder achtsam in dich hinein horchen.


Selbstfindung und die damit einhergehende Transformation des höheren Selbst sind in unserer Zeit so präsent und für viele so Erstrebenswert wie nie zuvor. Die eigene Persönlichkeit zu optimieren und nicht nur den physischen Körper regelmäßig zu detoxen, sondern auch den geistigen, ist für viele das erklärte Ziel. Es wird hypnotisiert, meditiert, gefastet, geheilt, gemacht, getan. Reiki, Prana, Geistheilung, Klangschalen, Räucherstäbchen und so weiter und so fort sind nur einige Werkzeuge der frei wählbaren Wegweiser zum inneren Frieden. Nicht wenige setzen sich mit diesen alternativen "Erleuchtungs"-Methoden auseinander, weil sie irgendwann feststellen, dass sie ein Leben in Unzufriedenheit führen, einen schweren Schicksalsschlag zu verkraften haben und/oder mit physischen Problemen kämpfen, die ja nicht selten auch aus einem psychischen Ungleichgewicht generiert wurden. Allem voran bedarf es aber erstmal der Entscheidung diesen Weg einzuschlagen und die damit einhergehenden Prozesse, sagen wir mal, durchzustehen. Das allein verlangt schon die müßig eingerichtete Komfortzone zu verlassen, zumindest wenn es einem wirklich Ernst damit ist, Dinge im Kern zu verarbeiten und damit seine Gegenwart zu verändern. Ohne die Bereitschaft in vollem Umfang Eigenverantwortung für die Konsequenzen zu tragen geht es nicht.

 

Wenn Du wirklich wissen willst wer du bist, weil du dich irgendwann selbst verloren hast und bereit bist der Wahrheit aufrecht gegenüber zu treten, dann reichen keine Räucherstäbchen, Hypnosen oder Meditationen. Schlussendlich musst du darüber hinaus zum Beobachter deiner selbst werden, dich reflektieren und immer wieder achtsam in dich hinein horchen. Nichtsdestotrotz ist es natürlich immer sinnvoll Hilfe heranzuziehen, solange man sie auch als Hilfe versteht und nicht als Biotonne für seelischen Sondermüll. Wenn du dich vom Außen ernährst, weil der innere Garten keine Früchte mehr trägt und du dieses Blatt wenden möchtest, dann musst du bereit sein Schmerz zu ertragen. Blut, Schweiß und Tränen zu opfern. Ungewissheit anzunehmen und Kontrolle abzugeben. Auch mit Hilfe. Und zwar so lange bis es klickt im Kopf, im Herz, in der Seele. Bis der kalte, dunkle innere Raum sich nach und nach durch dein eigenes Tun mit Selbstliebe füllt und du die Verbindung zu deinem Sein, zu deinem Herzen wieder spürst. Erst dann wirst du wieder in dein Vertrauen und damit in dein Leben finden. Du musst die Bereitschaft haben die Identifikation mit deinem "Opfer-Ego" vollkommen aufzugeben. Jeder innere Widerstand muss überwunden, jeder Kampf ausgefochten werden. Wenn es dir wirklich Ernst ist, dann gibt es für dich kein Entkommen vor deinem selbst. Du wirst dir begegnen, so wie du bist. Je mehr du dich von deinem selbst entfernt hast und je intensiver du dich im "Jammerzustand" befindest, desto härter wird es.

 

Wenn du trotzdem aus tiefster Seele gewillt bist diesen Weg einzuschlagen zieh dich warm an, leg die Protektoren an and fast your seatbelt. Es wird nicht nur Turbulenzen geben, du wirst eiskalt mit deiner ganzen erfundenen Maskerade und Maschinerie abstürzen. Ohne Fallschirm, Netz und doppelten Boden. Dein Ego wird an der Klippe der puren Verzweiflung zerschmettern, dein Verstand in Flammen aufgehen und deine Gedankenraster zu Staub zerfallen. Menschen die du jahrelang als vermeintliche Freunde mit durch gezogen hast, werden schneller aus deinem Blickfeld verschwinden als du es je für möglich gehalten hättest. Und fortan wirst du Seelen in dein Leben ziehen, die dir jederzeit deinen Ist-Zustand spiegeln. Richte dich also auf Konfrontationen ein. Aber auch auf Freunde für's Leben. Je nachdem, wie stark dein übersteigertes Ego dich im Griff hat, wirst du immer wieder in denselben Flieger steigen und immer wieder an derselben Klippe scheitern, bis es eben klickt.

 

Die Dinge wiederholen sich solange bis man daraus lernt, besagt eines der zwölf karmischen Gesetze. Und nach eigenen Recherchen in einem noch sehr unbewussten Zustand, kann ich dieses Gesetz deutlich unterschreiben. Es gibt allerdings auch das Gesetz der Geduld und Belohnung. Will sagen: je gelassener und geduldiger du in die Annahme der Begebenheiten gehst, die Du nicht ändern kannst und je mehr du in deine Selbstliebe findest, um in Eigenverantwortung die Dinge zu ändern, die Du ändern kannst, desto höher wird die Belohnung ausfallen. Und wenn du genau hinsiehst, wirst du feststellen, dass du diese Belohnung bereits mit dem Tag deiner Geburt erhalten hast und sie nur noch eingesetzt werden will. Mit anderen Worten: je liebevoller du deine alten, nicht verheilten Wunden endlich gesund pflegst, desto mehr findest du in deine wahre Natur und wirst entsprechend auch immer besser herausfinden was du wirklich vom Leben möchtest. So wie du auch als Kind ratzfatz wusstest, was dir schmeckt und was nicht, indem du es einfach probiert hast. Und nach und nach wirst du immer mehr in dir ruhen, in deinem liebevoll frisch renovierten und neu eingerichteten Seelenhaus. Wenn draussen alles stürmt und tobt und die Dinge im Außen dich noch einmal auf die Probe stellen, begegne ihnen mit einer Tasse Tee und einem Lächeln und wisse: Nichts bleibt wie es gerade ist, egal wie es ist.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Daniel (Samstag, 22 Februar 2020 00:47)

    Ehrliche Zeilen die Mut zur Wahrheit machen. Sehr gut geschrieben!

  • #2

    Marina (Samstag, 22 Februar 2020 10:05)

    Danke für diesen Beitrag!