Wie erkenne ich universelle Energie?

Foto: Sylvia Donath | Goldmine, Neuseeland, Greymouth

Ich könnte jetzt den kürzesten Blog-Beitrag aller Zeiten verfassen und schreiben: Schaue in den Sternenhimmel, warte bis es schnuppt und wünsch dir was Schönes. Allerdings möchte ich weniger auf das Universum im astrologischen Sinne eingehen, als viel mehr auf unsere Intuition und wie sich selbige von Egoismus und Wunschdenken unterscheiden lässt.

 

Nachdem ich Bali und seine Nachbarinseln verlassen hatte, bereiste ich für weitere vier Wochen Neuseeland. War ja nur noch ein Katzensprung von zehn Stunden Reisezeit und einem Temperaturunterschied von 18 C°. Es war einer der ersten, kälteren Herbsttage, als ich in luftiger Tunika und Stoffhose am Gepäckband stand und den recht frischen, neuseeländischen Luftzug das erste Mal spürte. Und es ließ sich ein Hauch Wehmut auf meine Gedanken nieder. Jetzt bin ich wirklich auf der anderen Seite der Erde – rund 18.000 Kilometer trennen mich von meiner Heimat und irgendwie muss ich mit meiner Flugangst im Nacken auch wieder zurück. Egal, nun bin ich erstmal hier! NEUSEELAND! Ein lang gehegtes Traumziel! Schon im Landeanflug erblickte ich die grünen Berge eingerahmt von der Tasmanischen See. Und es fühlte sich trotz dessen, dass ich bereits zwei Monate Reisezeit hinter mir hatte, vollkommen surreal an. Doch das Gefühl genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, überwog alle anderen und war unbezahlbar. Ich wusste nicht wann sich zuletzt etwas so richtig angefühlt hatte. Und so blieb es die ganzen vier Wochen. Obwohl ich am weitesten von zu Hause fort war, war ich mir selbst so nah wie schon lange nicht mehr. Bereits nach den ersten 24 Stunden in Wellington und ein paar neu erworbenen, wärmeren Outdoor-Klamotten, war ich vollkommen positiv und befand mich mit allen Sinnen im Hier und Jetzt.

 

Die Sackgasse aus der ich im wahrsten Sinne geflohen war, existierte nicht mehr. Denn sowohl beruflich als auch privat hatte ich vor meiner Entscheidung diese Reise anzutreten das starke Gefühl an allen Fronten nichts mehr ausrichten zu können. Und Jetzt? Jetzt konnte ich auf einmal mein Herz hören. Am anderen Ende der Welt. Mein Vertrauen in mich selbst, alle bevorstehenden Begegnungen und Situationen in diesem Land wurde grenzenlos. Ich fühlte mich wohl und sicher. Und zwecks Mietauto für die ganze Zeit war ich völlig frei und auf mich gestellt. Und so fuhr ich in vier Wochen gut 6.000 Kilometer über die Nord- und Südinsel. Den Blick überwiegend eher auf die wunderschöne und abwechslungsreiche Natur gerichtet, als auf die Straße. Manchmal sah ich stundenlang kein anderes Auto. Und so kam es an einem Tag vor, dass ich mich in den kurvenreichen Gebirgsstraßen des Mount Aspiring Nationalparks auf einmal auf der rechten Spur wieder fand und dachte: "Egal, kommt ja eh keiner". Sofort kam mir der Gedanke: "Sylvia fahr auf die linke Spur, da kommt gleich einer". Ich: "Genau! Stundenlang kein Auto gesehen, warum sollte jetzt eins auftauchen. Naja, fahr ich halt links, gehört sich ja auch so". Kaum hatte ich die Spur korrigiert, tauchte ein paar Meter vor mir ein mit Baumstämmen beladener Truck hinter der Kurve auf. Ich war völlig baff über die vorangegangene Warnung und zweifelte kurz die Echtheit der überraschenden Situation an. Doch für Fata Morganas ist Neuseeland nicht unbedingt bekannt. Es wäre vielleicht nicht zwangsweise zur Kollision gekommen, aber ein gehöriger Schreck wäre mir und dem Fahrer des Trucks sicher gewesen. Das war eindeutige Intuition, oder besser gesagt eine hervorragende Kommunikation zwischen Herz und Hirn. 

 

Tatsächlich ist es mittlerweile durch das HeartMath Institut nachgewiesen, dass das Herz bis zu 40.000 Gehirnzellen inne hat, womit es Informationen früher aufnimmt als das Gehirn und diese entsprechend übermittelt (s. Quellnachweis 1 und 2). "Höre auf dein Herz" wird damit von einer Floskel zu einem sehr ernstzunehmenden Rat. Es ist 200.000 x schneller als der Verstand und kann so einige Sekunden vor einer Situation die Information an den Verstand weitergeben. Jeder kennt es mit einer nahestehenden Person, wenn man sich z.B. im selben Moment anruft oder man genau weiß was der Andere denkt, ohne dass es ausgesprochen wurde. Es ist dasselbe Prinzip. Vor einer Naturkatastrophe verschwinden die Tiere lange bevor der Mensch etwas bemerkt. Doch wie kann das Herz mittels Gehirnzellen Dinge voraus sehen? Gehirnzellen sind ja schließlich im Idealfall zum Denken da und nicht zum Gucken.

 

Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, auch darauf die Antwort zu recherchieren: Jeder Organismus, egal ob Pflanze, Tier oder Mensch hat ein biomagnetisches Feld um sich herum, ähnlich aufgebaut wie ein Donut. Und diese elektrischen Impulse, die dadurch empfangen und gesendet werden, werden u.a. durch Magnetkristalle geleitet, die auch im Gehirn vorkommen. Auch die Erde hat so ein Feld. Die 1952 entdeckte Schumann-Resonanz, die durch elektromagnetische Frequenzen entlang des Erdumfanges Wellen bilden. Diese werden durch die salzhaltige Erdoberfläche geleitet und bilden mit der darüber liegenden, ebenfalls leitfähigen Ionosphäre einen Hohlraumresonator. Durch Energien, wie z.B. Blitze werden einige Wellen verstärkt und andere geschwächt. Daraus ergibt sich eine tiefste Resonanzfrequenz von durchschnittlich 7,8 Hz (s. Quellnachweis 3 und 4). Auf diese Weise orientieren sich auch die Tiere am Magnetfeld der Erde und wissen so ganz genau wie sie ein Ziel erreichen das hunderte von Kilometern entfernt ist. Alles ist dadurch miteinander verbunden. Theoretisch nicht nur hier in der organischen Welt, sondern auch in der geistigen. Man muss es sich einfach vorstellen wie Radiofrequenzen. Man kann sie nicht sehen, aber es funktioniert. Je nach Wach- oder Schlafzustand bewegt sich die menschliche Frequenz zwischen 1 bis 40 Hz. Sehr plakativ erscheinen die kosmischen Energien in Verbindung mit Sonnenentladungen, die unserer Erde so nah kommen das eine geomagnetische Störung entsteht. Polarlichter, eins der schönsten Naturschauspiele der Erde.

 

Anhand von Pflanzen wurde tatsächlich 1966 durch Cleve Backster mittels eines Lügendetektors die starke, energetische Veränderung durch rein gedanklichen Einfluss von außen nachgewiesen. Er überlegte wie sich die Pflanze herausfordern lassen könnte, um einen Ausschlag des Detektors zu provozieren. In dem Moment, wo er den Gedanken fasste ein Blatt anzuzünden, schlug die Nadel deutlich aus. Bekannt ist dieses Experiment unter dem Namen Backster-Effekt. Ja, ich musste ehrlich gesagt auch ein wenig schmunzeln, aber es ist definitiv schwieriger das Gegenteil zu beweisen. Wenn man nun also per Gedankenkraft Einfluss auf andere biomagnetische Felder nehmen kann, kann man dann nicht auch diese Kraft für sich selbst einsetzen? Ja sicher!

 

Mittlerweile hat die Nutzung von universeller Energie auf geistiger/gedanklicher Ebene recht viele Namen, wie z.B. Reiki, Prana, Hypnose, Meditation etc.. Doch wie kann ich selbst lernen Herz- und Kopfgedanken zu unterscheiden und somit universelle Energie im Alltag für mich besser nutzen und vor allem erkennen? (s. Quellnachweis 5 und 6). Fange einfach damit an den Tag, die Woche, das Jahr Revue passieren zu lassen. Hat etwas nicht so geklappt wie geplant? Reifenpanne? Termin verschwitzt? Trennung? Und hat dies vielleicht ein positives Ereignis nach sich gezogen? Die Frage: "Habe ich die Kaffeemaschine aus gemacht?" kennt wohl jeder. In unserer sicherheitsbewussten, westlichen Welt völlig normal. Aber wenn Dir ein warnender oder positiver Gedanke wie aus dem Nichts in den Kopf fliegt, völlig aus dem Zusammenhang gerissen, kommt er von Herzen. Reflektiere dich selbst und trainiere deine Feinfühligkeit. Bist Du dankbar für die schönen Dinge in deinem Leben oder suchst du stets die Lunte, um den nächsten emotional geladenen Böller hochgehen zu lassen?


Die schwierigste Zeit in unserem Leben ist die beste

Gelegenheit, innere Stärke zu entwickeln.

Dalai Lama


Als Einstieg in die Selbstfindung oder in einer belastenden Situation, nach einem Streit oder einer Trennung, empfehle ich regelmäßige Waldspaziergänge (min. 1 Stunde). Im Gegensatz zu den o.g. Praktiken hat man bei einer Wanderung den Vorteil, dass alles in Bewegung ist und man sich auch ganz real voran bewegt. Der Kreislauf wird angeregt und das Gehirn ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Die klassische Meditation ist natürlich gerade auf der geistigen Ebene mitunter effektiver, doch das will durchaus geübt sein. Da ist ein schöner Spaziergang in der Natur deutlich leichter in der Umsetzung. Warum gerade Waldspaziergänge? Weil du immer entspannter rauskommen wirst, als du reingegangen bist und durch den Schutz der Bäume das Gefühl des für-sich-seins bestärkt wird. Ganz einfach. Versuche, je nachdem wie die Begebenheiten es zulassen, nicht den Weg zurück zu gehen, den du gekommen bist. Laufe ruhig auch mal querfeldein, versuche die Orientierung zu behalten und höre deinen Gedanken zu. Sind sie wütend? Frustriert? Verärgert? Wenn ja, quasselt dir dein Ego gehörig dazwischen und du wirst feststellen, dass dies ein Teufelskreis ist. Frage dich was diese negativen Empfindungen inspiriert hat und welche Veränderungen du anstrebst. Dein Ego, welches sich im Übrigen neben Erfolg und Bestätigung, auch gerne von Ängsten und Zweifeln ernährt, wird dir sofort die Antwort liefern. Denn es drängt sich immer in den Vordergrund, wenn es nicht bekommt was es will. Wie ein kleines, trotziges Kind. Und wie behandelt man ein kleines, trotziges Kind? Richtig. Man bietet ihm zwei pädagogisch wertvolle Optionen an: entweder, oder. Das gleiche gilt im Zustand des Negativseins. Entweder macht man so weiter und tritt auf der Stelle, oder man überlegt bedacht und sachlich, wie man der Situation, die dazu geführt hat Einhalt gebieten kann. Sollte es allerdings keine Lösung geben, weil selbige evtl. auch vom Gegenpart abhängt, bleibt einem nur noch die Dinge so zu akzeptieren wie sie sind und seinen Fokus auf das zu richten, was man beeinflussen kann. Kurz gesagt: Nutze die Kraft deiner Gedanken und wandle sie in positive Energie um. Denn das ist eine der größten universellen Energien, die uns zur Verfügung steht.

 

Beachte stets, dass du eine Welt betrittst, die ihre eigenen Regeln hat. Du bist Gast. Vor allem in der Natur. Und nur das Universum weiß, wie viele kleine Welten du mit jedem Schritt zerstörst, ohne es zu merken. Und vielleicht fühlst du dich gerade nicht wohl und suchst nach Antworten, weil Jemand deine Welt mit einem Fußabdruck aus den Angeln gehoben hat. Vielleicht war er genauso bedächtig wie du unterwegs und es war ein Versehen. Möglicherweise ist er ausgerutscht auf deinem Leben und hat es gar nicht böse gemeint. Bedenke das derjenige, der dich verletzt hat, wahrscheinlich im selben Boot sitzt wie du. Auf der Suche, rastlos und unzufrieden. Ziehe in Betracht, dass er selbst vor den Aufräumarbeiten vergangener, emotionaler Stürme steht und dich vor lauter Trümmern nicht sehen konnte. Lass die Menschen, die dich und deine Welt beschädigt haben, im Guten ziehen. Mach nicht auch noch Platz für Wut, Hass oder Rachegelüste. Konzentriere den Blick auf die schönen Dinge um dich herum. Verweile einen Moment und reflektiere dich, schaue zurück und betrachte die Strecke, die du schon geschafft hast, bevor es weiter geht. Vielleicht begleitet dich sogar ein Sonnenstrahl auf deinem Weg. Überlege welcher Schritt eventuell unbedacht getan wurde. Wenn du deinen Blick auf die nächste Etappe richtest, ohne dabei dein Ziel aus den Augen zu verlieren, wirst du feststellen über wie vieles du einfach hinweg schreiten kannst. Völlig erhaben, völlig geräuschlos.

 

Wenn du dich auf die Natur besinnst, besinnst du dich auch gleichermaßen auf dich selbst und deine Energie. Und das ist der Moment in dem man nichts falsch machen kann, egal welchen Weg man einschlägt. Ob querfeldein oder auf dem Pfad, der schon von der Gesellschaft geebnet wurde. Und nur das Universum weiß, wie oft ich schon völlig zerzaust aus dem Gestrüpp heraus gekommen bin. Doch vieles hat im Nachgang einen Sinn ergeben. Er will nur erkannt werden. Auf meiner Reise erlebte ich universelle Energie und die damit einhergehende Intuition wesentlich komprimierter als zu Hause. Natürlich. Denn ich hatte meine Komfortzone verlassen und musste auf sehr viel mehr vertrauen als in meinem gewohnten Umfeld. Ansonsten wäre es ein echt mieser Trip geworden, denn Ängste und Zweifel sind denkbar schlechte Weggefährten. Und meine hatte ich eigentlich auf Bali an einem einsamen Strand ausgesetzt. Doch irgendwie haben sie es auch zurück nach Deutschland geschafft. Und nach einem heftigen Streit musste ich ihnen auf drastische Weise Hausverbot erteilen. Nun sitzen sie vor meiner Tür und machen Nachts Klingelstreiche. Idioten!

 

Mitunter können sie sehr starke Gegner sein. Und wenn alles nichts hilft, bitte um ein Zeichen und du wirst es bekommen. Denn die Antwort kennt dein Herz bereits. Es braucht nichts weiter als Augen und Ohren offen zu halten. Ob es ein Gedanke, ein Schriftzug der deinen Weg kreuzt, eine besondere Begegnung oder auch eine Sternschnuppe ist. Das Universum bedient sich unzähliger Wege. Es handelt sich hierbei nicht um eine Glaubensfrage. Du spürst ja schließlich auch den Wind, obwohl man ihn nicht sehen kann. Und um die Brücke zum Anfang des Beitrags zu schlagen: Ich habe unzählige Sternschnuppen in meinem Leben gesehen. Gefragt und ungefragt. Und immer reagieren Freunde und Bekannte darauf mit Verwunderung. "Wie machst du das? ich habe erst eine einzige in meinem Leben gesehen". Und darauf lautet meine Antwort stets: Öfter mal nach oben schauen, auch wenn mal nicht die Sonne scheint.


Wenn dein Herz sagt: Lass es sein. Dann tue es nicht.